Die Gesundheit der Menschen wird im Wesentlichen durch ihr unmittelbares Lebensumfeld bestimmt, d.h. durch Bedingungen in der Wohnumgebung, in der Kindertagesstätte, in der Schule, im Stadtteil, im Betrieb oder im Freizeitbereich. Zu diesen Bedingungen gehören auch die relativ stabilen sozialen Zusammenhänge, die das Spielen, Lernen, Arbeiten und Wohnen kennzeichnen.
Zur Beschreibung dieses Umfeldes hat sich das Wort "Setting" (englisch für "Lebensraum") etabliert.
Der aus der Ottawa-Charta beruhende Setting-Ansatz geht nun davon aus, dass die Gesundheit eines Menschen nur dann nachhaltig gefördert werden kann, wenn sein ganzes Setting "mitzieht". In Praxis heißt das: Es ist inkonsequent und erscheint dem Kind zurrecht willkührlich, wenn gesunde Ernährung, Bewegung und gesundheitsbezogene Regeln für das eigene Verhalten auferlegt werden, für die Erzieherinnen aber nicht gilt. Gleiches gilt für Verhalten, was nur in der Kita eingehalten, zuhause aber sofort wieder abgelegt wird.
Die von uns gewollten und initiierten Projekte umfassen daher nach Möglichkeit das ganze Setting: Eltern, Kinder, pädagogisches und nichtpädagogisches Personal sollen gleichermaßen zur Gesundheitsförderung beitragen und sich aktiv einbringen. Es geht also darum, die Kita als ganzes auf den Prüfstand zu stellen und insgesamt zum Wohle aller zu verbessern.
Dazu bietet es sich auch an, die unterschiedlichen Ebenen in der Kita zu betrachten:
- Individuelle Ebene: Gesundheit sowie Gesundheits- und Risikoverhalten jeder/jedes Einzelnen
- Soziale Ebene: Beziehungen zwischen den Personen und Personengruppen, z.B. Arbeitsklima, Verhältnis zu Kita-Leitung, zum Träger, zu den Eltern und Kindern usw.
- Organisatorische Ebene: Tagesablauf, Dienstpläne, Personalschlüssel, Arbeitsorganisation, Fort- und Weiterbildungen, Konzeption usw.
- Strukturelle Ebene: z.B. bauliche Situation, Größe und Aufteilung der Räume, materielle Ausstattung, Außengelände, Angebot an Nahrungsmitteln, z.B. Mittagstisch usw.

